Wissen schafft Klarheit

Steuerwissen für Hörakustiker.

121 Antworten. 9 Themenbereiche.

Umsatzsteuer

Was ist die Soll-Versteuerung?

Wie die Soll-Versteuerung funktioniert

Nach § 13 Abs. 1 Nr. 1a UStG entsteht die Umsatzsteuer bei der Soll-Versteuerung mit Ausführung der Leistung. Wird ein Hörgerät an einen Kunden geliefert, entsteht die Umsatzsteuer daher mit Abschluss der Lieferung. Diese Steuer muss in der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung erfasst und abgeführt werden – auch wenn die Zahlung noch aussteht.

Praxisbeispiel: Hörgerät wird am 15. Oktober geliefert. Die monatliche Voranmeldung für Oktober ist bis zum 10. November fällig. Die Umsatzsteuer auf diese Lieferung muss bis dahin abgeführt werden – selbst wenn die Krankenkasse erst Ende November zahlt.

Liquiditätsbelastung bei Kassenversorgungen

In der Hörakustik mit gesetzlich versicherten Kunden entsteht durch die Soll-Versteuerung eine strukturelle Liquiditätsbelastung: Der Betrieb muss Umsatzsteuer abführen, bevor er das Geld von der Krankenkasse erhalten hat. Bei einem hohen Anteil an Kassenversorgungen und langen Zahlungsfristen der Kassen kann sich das spürbar auf die Liquidität auswirken.

Wann die Soll-Versteuerung gilt

Die Soll-Versteuerung gilt automatisch für alle Unternehmer, die:

  • keinen Antrag auf Ist-Versteuerung gestellt haben
  • die Umsatzgrenze von 800.000 Euro überschreiten (ab 2024; davor 600.000 Euro)

Fazit

Die Soll-Versteuerung ist der gesetzliche Standard. Wer die Voraussetzungen für die Ist-Versteuerung erfüllt, sollte prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist – gerade bei hohem Anteil an Kassenversorgungen mit langen Zahlungsfristen.

Häufige Folgefragen

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Rechtsgrundlagen & Quellen

  • § 13 Abs. 1 Nr. 1a UStG

Dieser Beitrag wurde mit größter Sorgfalt erstellt und zuletzt am 09. September 2026 fachlich geprüft. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung im Einzelfall.

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